Allgemeine Produktbeschreibung

Der Begriff "Lochplatte" (Lochblech) ist in den DIN-Normen 24041:2002-12, sowie in der DIN 4185 Teil 2 definiert. Um die verschiedenen, auf die Genauigkeit der Lochbleche einwirkenden Faktoren berücksichtigen zu können, wenden wir die DIN-Toleranzen an.

Maßabweichungen für gelochte Bleche sind aus DIN 24041 bis 24043 ersichtlich. Rohmaterialtoleranzen, das Lochen und das nachträgliche, maschinelle Richten können gewisse Abweichungen vom Nennmaß bewirken.

Rechtwinkeligkeit geschnittener Platten

Während des Lochvorganges wird das Lochfeld gestreckt, d.h. Länge und Breite des Bleches verändern sich. Die Endbearbeitung, insbesondere das Richten, bewirkt Streckungen im Lochfeld. Das Maß der Veränderungen hängt ab von Faktoren wie z.B. Lochgröße, Loch- Anordnung, Dicke und Art des Materials und läßt sich daher nicht genau vorherbestimmen.

Säbelkanten

Lochbleche können sich säbelförmig verformen. Hierbei entsteht eine Abweichung zwischen den Enden und der Mitte der Blechkante. Zulässige Abweichungen: bis Blechdicke 3mm – max. 1,5% der Gesamtlänge; über Blechdicke 3mm – max. Abweichung 2% der Gesamtlänge.

Länge und Breite

Bleche und Platten mit Festmaßen werden nach dem Lochen und Richten nicht zusätzlich beschnitten. Die Abweichungen können größer sein als die Stahlwerkstoleranzen.

Stanzgrat und Schnittgrat

Die normalerweise in der Zeichnung eines Lochbleches gezeigte Seite (Draufsicht) ist die Stempeleintrittsseite. Der Stanzgrat liegt auf der Unterseite. Die Gratseite muß ausdrücklich angegeben werden bei unsymmetrischen Blechen und Teilen mit entsprechender Weiterverarbeitung. Der Schnittgrat liegt in der Regel auf der selben Seite wie der Stanzgrat. Bei bestimmter Arbeitsweise auf der Schere kann der Schnittgrat jedoch auf der Gegenseite liegen. Sollen Stanzgrat und Schnittgrat unbedingt auf einer Seite liegen, muß dies ausdrücklich vereinbart werden.

Zulässige Grathöhe bei normalen Lochverhältnissen

Planheit

Lochbleche können maschinell gerichtet werden. Es gibt 3 Lieferzustände:

a) nicht gerichtet
b) maschinell gerichtet
c) präzisionsgerichtet

Lochbleche werden grundsätzlich 1x maschinell gerichtet um die nach DIN geforderten Planheitstoleranzen zu gewährleisten. Durch ungleich große Seitenränder, ungelochte Flächen, hoher Durchlaß, bestimmte Materialien sind Restspannungen im Blech nicht immer auszuschließen. Besondere Anforderungen an die Planheit bedürfen individueller Vereinbarungen.

Bis zu 10% der gelochten Oberfläche oder 10% der Lochzahl dürfen außerhalb dieser Toleranzen liegen. Der Grat kann während des Richtvorganges in das Loch zurückgedrückt werden.

Lochfeldanfang und Lochfeldende

Während des Lochvorganges können Stempel ganz oder teilweise brechen. Um Werkzeugbruch zu vermeiden, werden die Stempel meist versetzt angeordnet. Das hat zur Folge, daß die erste und die letzte Lochreihe in Vorschubrichtung unvollständig sind.